Exclusive Services

"Weniger ist mehr"

Ob im Berufsleben oder im Alltag: Gerüche und Düfte spielen eine wichtige Rolle. Dies hat unsere LinkedIn-Umfrage im Februar gezeigt. Oft wird ein Geruch nur unbewusst wahrgenommen. Trotzdem haben Düfte Wirkung und senden Signale. Bettina Osterwalder, Inhaberin der BO Experience, ordnet ein.

Frische Blume
Öle & Kerze

Über die Hälfte der Unternehmen, die an unserer LinkedIn Umfrage teilgenommen haben, beduften ihre Räume. Überrascht dich das?

Nein, gar nicht. In einer Zeit, in der alles vergleich- und vertauschbar ist, spielen Nuancen eine entscheidende Rolle. Wir alle wissen, was Düfte mit uns machen. Raumparfüm für ein Hotel, Duft für eine Jeansmarke, eine offene Bäckerei im Supermarkt: Man kann Menschen mit der Nase verführen. Mit Düften weckt man Gefühle – und versucht die Umsätze anzukurbeln.

Warum denn genau Düfte? Es gäbe ganz viele andere Möglichkeiten, die Sinne der Menschen anzusprechen?

Natürlich wird das auch getan. Aber allein von optischen Merkmalen im Marketing lassen wir uns immer weniger gut beeinflussen. Denen kommen wir rasch auf die Schliche, weil wir sie besser ausblenden können. Ein Geschmack wirkt schneller und direkter als jeder andere Sinnesreiz. Wir wissen wohl noch alle, wie es bei unserer Grossmutter zu Hause geschmeckt hat. Über das limbische System gelangen die Düfte in jene Hirnregion, die für Gefühle und Erinnerung zuständig ist. Ungefiltert wandern die Impulse von der Nase ins Gehirn und wecken dort Emotionen.  

Gibt es einige klassische Beispiele?

Dem Vanilleduft zum Beispiel wird eine Wohlfühlatmosphäre nachgesagt. Kaffeegeruch wird mit Werten wie Vertrauen und Belohnung assoziiert. Und dann gibt es kulturelle Unterschiede, die oft geschichtlich bedingt sind. So hat sich in Deutschland Zitrusduft als Sinnbild für Reinlichkeit etabliert. Spanier hingegen verbinden Chlorgeruch mit Sauberkeit.

Deine persönliche Empfehlung: Welche Düfte machen im Unternehmen Sinn?

Bestimmte Düfte haben sehr starke Auswirkungen auf das Verhalten, die Motivation und Konzentrationsfähigkeit. Rosmarin nützt beispielsweise bei repetitiven Arbeiten, Lavendel bei Nervosität vor wichtigen Meetings. Mit einer platzierten Duftwahl können Sie dazu beitragen, dass die Leistung im Unternehmen positiv ausfällt.

Und wie sieht es mit persönlichen Düften aus?

Als Grundregel gilt: Weniger ist mehr! Natürlich darf man eine Pflegelotion, Haarspray oder Parfum benutzen. Aber achten Sie immer darauf, dass Ihre Kolleginnen und Kollegen nicht von einer Duftwolke erschlagen werden. Wenn allein beim Betreten des Raumes alle riechen, dass Harald kommt, dann ist die persönliche Beduftung eindeutig zu stark.

Diffuser